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Kampf, Wut und Weiblichkeit

Aufgewachsen in der sechziger Jahren zwischen zwei Brüdern, einer ein Jahr älter, der andere ein Jahr jünger, wurde ich mit dem kleinjungenhaften Größenwahn konfrontiert, der sich in Worten wie "Das kannst du nicht, weil du ein Mädchen bist" äußerte. Die Erziehung meiner Eltern gab der Meinung meiner Brüder den Unterbau durch Aussagen wie "Das darfst du nicht, weil du ein Mädchen bist" oder "Das brauchst du nicht, weil du ein Mädchen bist". Wahrscheinlich hätte ich ein einfaches und ganz nettes Leben gehabt, wenn ich mich auf das Mädchen-Dasein eingelassen hätte und damit auf das, was mir zugestanden wurde zu können, zu dürfen und zu brauchen: Kleidchen, rosa, brav und artig sein, weiße Lackschühchen, Schleifen und Perlenhandtäschchen. Mein Temperament war nur leider nicht darauf ausgelegt mich Barbies, Schlummerle und Avon-Lippenstiftchen zu ergeben. Ich wollte kein Mädchen sein. Ich wollte ihnen beweisen, dass ich besser bin als jeder Junge und trat ein in einen bitteren Kampf - den Konkurrenzkampf.
Viele Jahre später stand ich in einem Dojo und versuchte mit dem rechten Arm andere Bewegungen auszuführen als mit dem linken. Meine Koordinationsfähigkeit versagte kläglich. Und doch hatte ich das erste Mal in meinem Leben das einzigartige Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort genau das Richtige zu tun. Ich trainierte kontinuierlich und ausdauernd. Endlich fand das, was in mir war, seinen Ausdruck. Die Kampfsau bekam Ausgang, angetrieben durch Wut, die sich aus unterschiedlichsten Quellen nährte. Und ich war dort, wo ich immer sein wollte - unter Jungs. Und genau dort, in diese noch immer von Männern beherrschte Domäne, musste ich hin um festzustellen, dass ich kein Mann bin und völlig anders ticke.
Der Karate-Do hat mich zu meiner Weiblichkeit geführt. Der Kampf ist vorbei.

Hinweis

Für mehr Übersichtlichkeit habe ich auf dieser Seite weiterführende Links aus meinen ursprünglichen Beiträgen entfernt. Möchten Sie mehr erfahren, klicken Sie bitte auf die Blogbeiträge.

Sie finden auf dieser Seite folgende Beiträge:

Zorn motiviert und spendet Kraft

Die unfriedfertige Frau - Ein Nachruf

Weiblichkeit und Männlichkeit

Wut

Was wenn es die richtige Frau oder den richtigen Mann gar nicht gibt?

Friede sei mit mir und Friede sei mit dir

 

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Zorn motiviert und spendet Kraft

Blogbeitrag vom 16. Februar 2012 "Zorn motiviert und spendet Kraft"

Die deutsche Sprache ist eine reichhaltige Sprache und ich freue mich immer wieder an den vielen Wörtern, die uns zur Verfügung stehen, um uns auszudrücken.

Aufgewachsen in einer Generation, der das Gefühl "Wut" regelrecht aberzogen wurde, fällt es mir auch heute im Erwachsenenleben manchmal schwer, mich abzugrenzen.

In der kultivierten Erwachsenenwelt ist Wut ein völlig inakzeptables Gefühl und wird als Aggression gewertet. Wut zählt zu den negativen Gefühlen und alles Negative ist unerwünscht. Cholerische Chefs in einem gewissen Alter bilden die Ausnahme. Ein Gefühl kann aber nicht aberzogen werden, es bleibt da, denn es ist eine Kraft, eine Energie, dazu da, etwas zu bewirken. Es kann nur Einfluss auf den Umgang mit dem Gefühl und auf das Verhalten ausgeübt werden. Und wenn dieses Gefühl im Außen nicht ausgedrückt werden darf, bahnt es sich einen Weg nach Innen. So zerstörerisch Wut auf die Umwelt wirken kann, so zerstörerisch kann es auch in unserem Inneren wirken.
Ich habe meine eigenen Erfahrungen mit dem Gefühl "Wut" und dachte lange Zeit, dass ich inneren Frieden nur durch die Umwandlung von Wut in eine andere Kraft finden kann. Die Kampfkunst hat mir geholfen meine innere Wut in einen körperlichen Ausdruck zu bringen, dessen Art und Weise akzeptabel ist. Als die Wut weg war, fehlte mir der Antrieb, denn Wut ist eine große Kraft. Ich kenne viele Leute, die sich weigern ihre innere Wut loszulassen, da sie in ihr eine Art Triebfeder sehen um ihr Leben überhaupt bewerkstelligen zu können. Dabei übersehen sie häufig, dass Wut, die sich nach innen richtet, selbstzerstörerische Auswirkungen hat und der erhöhte Blutdruck und Herzattacken durchaus damit in Verbindung gebracht werden können.
Nun habe ich diese selbstzerstörerische Kraft in mir zum großen Teil auflösen können und doch, immer wieder zeigen sich mehr oder weniger große oder kleine Rückfälle, die etwas in mir in Bewegung setzen, das wie eine kleine Flamme immer größer wird und explodieren möchte. Und ja, manchmal möchte ich diese Flamme herausbrüllen, auf den Tisch hauen, mit dem Fuß aufstampfen. Und jedes Mal, wenn diese Flamme in mir Gestalt annimmt, fragt eine innere Stimme, eine Art "Wutüberwacher" süffisant: "Und? Was ist nun mit deiner Wut? Doch nicht ganz vorbei, oder?" Da sitze ich nun mit der Überzeugung "Kein innerer Friede im Beisein von Wut". Aber irgendwas passt nicht an diesen Worten, es fühlt sich nicht stimmig an, nicht für mich. Ich brauche eine Antwort, wie ich dieses Dilemma löse. Kann ich meinen inneren Frieden erreichen und trotzdem Wut spüren?

Und die Antwort kam in Form eines Interviews mit Jutta Limbach, 77 Jahre, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts von 1994 - 2002, im Zeit Magazin:

ZEITmagazin: Frau Limbach, sind Sie eine zornige Frau?
Jutta Limbach: Ich bin eine heitere Frau, aber Zorn ist mir nicht fremd. Viele Menschen missverstehen Zorn als Wut und denken, das sei die reine Explosion, doch Zorn motiviert und spendet Kraft. Nicht ohne Grund spricht die Bibel von gerechtem Zorn in Situationen, wo Gott sich besonders geärgert und dann, zugegeben, impulsiv reagiert hat. Ich wirke auf den ersten Blick sehr sanftmütig, kann aber sehr zornig werden. Vor Jahren hatte ich eine Auseinandersetzung mit einem Kollegen. Er hielt einen liberal gesinnten jungen Juristen für einen Extremisten. Ich konnte das nicht verstehen und habe mit der Faust auf den Tisch gehauen.
...
ZEITmagazin:
Sie sind immer aktiv. Doch vor Kurzem hat Sie eine schwere Herzoperation außer Gefecht gesetzt.
Limbach:
Was Krankenhäuser angeht, neige ich zur Panik. Wenn man von einem Tag auf den anderen seine Glieder nicht mehr bewegen kann, fühlt man sich ohnmächtig. Nach der Operation war ich deprimiert, das gebe ich zu. Wissen Sie, was für ein Erlebnis das ist, wenn man das erste Mal wieder selbst auf die Toilette gehen kann? Ich habe die Krankenschwestern mit meiner Unruhe ziemlich genervt. Diese ganzen kleinen Stecker, die man da hat, damit einem dies und jenes gespritzt wird: Ich hätte mir das am liebsten alles vom Halse gerissen!
ZEITmagazin:
Da kommt der Zorn wieder...
Limbach:
Dann geht’s wieder aufwärts. Bei mir sind Zorn und Willensstärke eins.

"Viele Menschen missverstehen Zorn als Wut und denken, das sei die reine Explosion, doch Zorn motiviert und spendet Kraft."
Und ich frage mich, was der Unterschied zwischen Wut und Zorn ist und meine Antwort: Wut hat eine zerstörerische Wirkung, man nennt sie auch blind. Während Zorn ein Ziel vor Augen hat, man nennt ihn gerecht. Die blinde Wut, die wild um sich schlägt und der gerechte Zorn, der sich bei Ungerechtigkeit zu Wort meldet.
Und damit kann ich prima leben. In Zukunft werde ich nicht mehr wütend, sondern zornig.
Innerer Friede und gerechter Zorn, das ist kein Widerspruch, sondern bedingt sich. So lange ich bei Ungerechtigkeit schweige, kann sich auch mein innerer Friede nicht einstellen. Innerer Friede ist nicht gleichbedeutend mit Passivität. Innerer Friede erfordert oft ein hohes Maß an Aktivität.

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Die unfriedfertige Frau - Ein Nachruf

Blogbeitrag vom 1. Juni 2012 "Die unfriedfertige Frau - Ein Nachruf"

Margarete Mitscherlich ist gestorben.
Sie war eine der größten deutschen Psychoanalytikerinnen und eine erklärte Feministin.
Mit ihrem Mann, Alexander Mitscherlich, veröffentlichte sie in den sechziger Jahren das Buch "Die Unfähigkeit zu trauern", in dem die unzulängliche Aufarbeitung des Dritten Reichs und die Abwehr jeder Mitschuld in der deutschen Nachkriegsgesellschaft thematisiert wurde.
In den achziger Jahren veröffentlichte sie ihr Buch "Die friedfertige Frau" und legte dar, dass Frauen kein geringeres Aggressionspotenzial als Männer und ihr ausgleichendes Wesen nur erlernt haben.

Ich habe immer vertreten, dass Frauen sich nicht nur gegen Männer, sondern auch gegen sich selbst durchsetzen müssen. Eine emanzipierte Frau ist in der Lage, sich von vorgefundenen Werten und Vorstellungen über ihre Rolle zu distanzieren

Wie wahr.
Vor zwei Jahren erschien ihr Buch "Die Radikalität des Alters" und von der Frau, die Schönheits-Operationen für neurotisch hielt, kamen Sätze wie

Das Leben ist nicht leicht, es ist immer wieder schwer und am Schluss ist es zu Ende. Das Leben hat keinen Sinn, es muss auch ohne gehen

Da sie jedoch mit Selbstironie von sich selber behauptete

Meine Thesen stimmen immer irgendwo auch, sind aber mit einer großen Lust an der Provokation verbunden

bleibt der Eindruck einer unverwechselbaren, lebendigen, freiheitsliebenden, couragierten Frau, die mit der Lust am Denken gelebt und gestritten hat.
Ich wünsche mir viele unfriedfertige Frauen in unserer Gesellschaft. Ihre Ehe wird als jahrzehntelange Lebens- und Denkgemeinschaft bezeichnet, von der sie sagt, dass sie nicht immer harmonisch verlief. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen war es eine fruchtbare Partnerschaft und auch hiervon kann es mehr geben.

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Weiblichkeit und Männlichkeit

Blogbeitrag vom 27. November 2012 "Weiblichkeit und Männlichkeit"

A mysterious woman

who wants to maintain
her charismatic appearance
needs to do things
no man on earth
will ever understand


Diese Zeilen habe ich heute auf der Seite von Mizzie Morawez gefunden und sie geben mir die Antwort auf eine Frage, die ich schon lange mit mir herum trage.

Ich komme gerade von einem viertägigen Kampfkunstseminar. Das Praktizieren von Karate ist im fortgeschrittenen Bereich noch immer überwiegend eine Männerdomäne und dementsprechend geprägt. Es wird behauptet, dass nicht unterschieden wird zwischen Männerkarate und Frauenkarate und doch sehe ich Unterschiede. Das Leben auf der Matte spiegelt in einem kleinen Kosmos genau das wieder, was draußen auf anderen Plätzen stattfindet. Viele Frauen, die sich der Kampfkunst widmen, haben einen großen männlichen Anteil in sich. Im Laufe der Zeit werden sie männlicher als so mancher Mann, da sie denken sich anpassen zu müssen, um mithalten zu können.

Meine Entwicklung ist gegenläufig und ich frage mich oft, wohin ich gehe.
Ich musste auf die Matte, um zwischen all den Männern zu erkennen, dass ich kein Mann bin. Heute fühle ich mich weiblicher denn je und verstehe, dass ich einen anderen Weg als den männlichen gehen muss, um bestehen zu können. Es gilt den weiblichen Weg zu gehen in einer männlichkeitsdominierten Welt. Frauen erfahren in der Männerwelt immer wieder Unverständnis, das oft einer männlichen Verunsicherung entspringt, die dann versucht die Weiblichkeit klein und nichtssagend zu machen. Aber Weiblichkeit ist bezwingend. Mehr als alles andere. Haben Männer Angst davor?
Ich fühle mich oft missverstanden in diesem männlich orientierten Kosmos und möchte gerne verstanden werden. Mizzie lässt mich erkennen, dass ich nicht verstanden werden muss, vielleicht sogar nicht verstanden werden kann, wenn ich meinen weiblichen Anteil leben will. Denn Frauen werden für Männer immer ein Mysterium bleiben. Vielleicht soll es so sein.

Ich sehe in dieser Welt einen großen Bedarf an echter Weiblichkeit, die sich am Gefühl statt am Verstand orientiert. Ich sehe einen großen Bedarf an Weichheit statt Härte, an Sanftmut statt Aggression, an Miteinander statt Gegeneinander, an Zärtlichkeit statt Abwehr durch Kontrolle.
Es würde auch den Männern gut stehen sich zu ihrem weiblichen Anteil zu bekennen, der in jedem vorhanden ist und bisher nur den Homosexuellen zugestanden wird. Der weibliche Anteil im Mann bedeutet Güte. Und wer möchte behaupten, dass es davon genug in unserer heutigen Gesellschaft gibt? Güte bedeutet nicht gutmütig. Güte bedeutet Milde statt Häme, Verständnis statt Intoleranz, Gelassenheit statt Konkurrenz, Friede statt Kampf.

Ich kann hier nicht für Männer sprechen, ich kann für mich als Frau sprechen und ich sage: 
Wir Frauen brauchen echte Männer um zu unserer echten Weiblichkeit zu gelangen. 
Und umgekehrt dürfte es genau so sein. Für Echtheit braucht es Ganzheit. Sprich Akzeptanz aller Anteile, die in uns sind. Ganzheit bedeutet Präsenz.
Das hat nichts mit Gleichmacherei zu tun, sondern mit Annäherung und Wertschätzung für alles, was ist und wie  es ist. Anerkennung des Unterschiedlichen aus dem sich die Anziehung und Vielfalt nährt, die den Reichtum unseres Lebens ausmacht.

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Wut

Blogbeitrag vom 4. Oktober 2013 "Wut"

Wut ist  das Gefühl, das mich begleitet, seitdem ich mich erinnern kann.
Lange Zeit hat sich die Wut nicht als Wut gezeigt, sondern als tiefe Traurigkeit. Die Traurigkeit hat mich gelähmt.

Es hat ein starkes Erlebnis gebraucht, welches meine ursprünglichen Gefühle wieder zum Fließen brachte. Es war, als ob ein Damm bricht, hinter dem sich so viele Jahre alles angestaut hatte, was für ein Mädchen unschicklich, unpassend, unerwünscht war. Alles floss ungehindert durch mich hindurch, nahm mir den Atem, schwemmte mich weg. Ich konnte diese starken Gefühle nur (aus)halten. Als ich wieder denken konnte, war ich meilenweit entfernt von dem Ort, an dem ich vorher stand. Und desorientiert.
Traurigkeit und Wut begannen sich zu mischen, manchmal wechselten sie sich so intensiv ab, dass ich Achterbahn fuhr zwischen heißem Feuer und tiefer Verzweiflung. An die Traurigkeit hatte ich mich gewöhnt, mit der Wut wusste ich nicht umzugehen. So schrecklich sich dieser Zustand für mich anfühlte - ich war lebendig und hellwach. Die Lähmung löste sich auf und ich fühlte mich voller Energie. Diese Energie brauchte ich für das, was vor mir lag. Für den Weg, der mich zurückführte zu den Ursprüngen meiner Wut und deren Umwandlung in Traurigkeit.

Die Wurzel für das Gefühlschaos in mir lag in einem Kindheitserlebnis. Ich fühlte mich von einer geliebten Person verraten, geriet in eine zerstörerische Wut, wurde von meiner Zerstörung abgehalten und zur Mäßigung in Isolationshaft gesteckt, bis ich wieder runtergekühlt hatte. Dieses Erlebnis hatte weitreichende Folgen für mich. Ich machte das, was ich von den Erwachsenen gelernt hatte und maßregelte mich selbst, indem ich meine Wut in die hinterste Kammer wegschloss und davor als Bewacher die Traurigkeit setzte. Da ich als Kind weder wütend noch traurig sein durfte, schob ich vor das Ganze die Fröhlichkeit. Meine Umgebung war zufrieden, ich unterlag meinem eigenen Täuschungsmanöver und entfernte mich mehr und mehr von mir selbst. Manchmal schlug die Wut heftig gegen die Tür. Da ich sie nicht mehr als mir zugehörig betrachtete, bekam auch ich Angst vor ihr und begann mich zu beobachten. Ständig lag ich auf der Lauer um mich selbst zu kritisieren, zu beurteilen und niederzumachen, wenn ich etwas nicht so hinbekam, wie es dem entsprach, was mich nach Außen gefällig, gewollt, genügend machte. Hass kam auf für all das, was sich in mir zeigte und so gar nicht dem Bild entsprach, das ich mir nach der Vorstellung der anderen von mir selbst gemacht hatte. Nichts passte. Die Wut entfaltete ihre Kraft nach innen und zerstörte, was zu zerstören war. Die Spannung, die sich auftat zwischen der fröhlichen Fassade nach außen und der Zerstörungswut nach innen, war schwer auszuhalten. Es machte mich traurig. Mein Weinen nach innen erlaubte ich mir. Es war das Gefühl, das sich am ehesten nach mir anfühlte. Es gab mir die Möglichkeit mich von den anderen zu entfernen und alleine zu sein. Im Alleinesein fiel die Spannung ab. Die Traurigkeit stellte keine Ansprüche an mich außer traurig zu sein. Das konnte ich, dem genügte ich, darin konnte ich gut sein. Das machte mich ruhig.

Dieser Weg zurück zu den Wurzeln meiner Gefühle, ließ mich erkennen, dass die Wut dann aufflammt, wenn meine Grenzen überschritten werden. Da diese Grenzen in meiner Kindheit sukzessive abgebaut wurden, indem sie nicht respektiert wurden und mich so formbar machten, erkenne ich sie heute als etwas Gutes, etwas, das mich beschützen will. Wut lässt mich oft in einer Weise reagieren, die für andere völlig unverständlich ist, aber ich weiß  heute, dass sie das Signal ist, dass etwas passiert, was ich hinterfragen sollte. Wut ist der Ersatz für meine Grenze, deren Wahrnehmung mir aberzogen wurde. Ich akzeptiere sie. Sie muss ihr Dasein nicht mehr in der hintersten Kammer fristen und mich zerstören. Sie darf nun frei sein, sie darf gefühlt werden. Ich habe aufgehört mich zu beobachten bei dem, was ich falsch mache und habe angefangen meine Gefühle, die sich zeigen, zu beobachten. Sie dürfen sein, denn sie sind da und ich lasse sie frei. Was zu hinterfragen ist, ist der Auslöser für meine Wut, denn fast immer ist es das alte Gefühl eines empfundenen Verrats. Gefühlt, aber nicht unbedingt wahr. Vielleicht habe ich all die Jahre der Unterdrückung gebraucht um in ein Alter zu kommen, wo ich sie nicht mehr in ihrer Stärke ausleben muss. Ich kann intensiv fühlen, ich kann intensiv erleben, ich kann, muss aber nicht mehr intensiv ausleben.

Und nun, wo ich mich selber besser verstehe und akzeptiere, was da ist, kann ich diesem Weg mehr und mehr folgen. Was ich mit diesem Beitrag sagen will? Hütet euch davor eure Gefühle wegzusperren. Oft denken wir, dass wir unsere Gefühle nicht fühlen dürfen oder sollten, aber eingesperrte Gefühle erzeugen Misstrauen. Misstrauen uns selbst gegenüber macht uns empfänglich für Manipulation, da wir eher den anderen und ihrer Meinung vertrauen als uns selbst. Viele Ratschläge schaffen wiederum nur ein Bild, dem wir versuchen zu entsprechen. Gefühle sind die Sprache der Seele, sie wollen uns etwas sagen. Hört ihnen zu. Oft sprechen sie von Grenzsetzung. Viele von uns wurden dazu erzogen "Ja" zu sagen und ein "Nein" ohne Schuldgefühl ist selten möglich. Die Fähigkeit die eigenen Grenzen wahrzunehmen ist nötig, um den Weg zu finden, der für einen jeden der richtige ist. Kein Weg ist gleich. Es ist gut sich selbst kennenzulernen. Danach ist noch immer Zeit ein besserer Mensch zu werden. Um Ratschläge oder Anweisungen für ein besseres oder freieres Leben befolgen zu können, wie sie Zenmeister Thich Nhat Hanh gibt, ist es gut sich selbst zu kennen, sonst können diese Wege erneut in die Irre führen.

Whenever the energy of anger comes up, we often want to express it to punish the person whom we believe to be the source of our suffering. This is the habit energy in us. When we suffer, we always blame the other person for having made us suffer. We do not realize that anger is, first of all, our business. We are primarily responsible for our anger, but we believe very naively that if we can say something or do something to punish the other person, we will suffer less. This kind of belief should be uprooted. Because whatever you do or say in a state of anger will only cause more damage in the relationship. Instead, we should try not to do anything or say anything when we are angry.

 Thích Nhất Hạnh

Es ist bereits eine große Leistung sich selbst zu stoppen und zu beherrschen, wenn uns heftige Emotionen überkommen, und das braucht viel Übung. Deswegen sind sie aber nicht weg oder lösen sich in Luft auf. Möglicherweise verschonen wir den anderen, verletzen uns aber selbst durch Verurteilung. Wenn wir uns kennen und verstehen, was der Auslöser ist für so starke Emotionen und warum sie uns manchmal so reiten, können wir die Situation auch für uns friedlich lösen. Verständnis für uns selbst und unsere Verhaltensweisen sind der erste Schritt in ein friedlicheres Leben.

Treat your anger with the utmost respect and tenderness, for it is no other than yourself. Do not suppress it — simply be aware of it.

Awareness is like the sun. When it shines on things, they are transformed. When you are aware that you are angry, your anger is transformed. If you destroy anger, you destroy the Buddha, for Buddha and Mara are of the same essence.

Mindfully dealing with anger is like taking the hand of a little brother.

Thích Nhất Hạnh

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Was wenn es die richtige Frau oder den richtigen Mann gar nicht gibt?

Blogbeitrag vom 11. August 2014 "Was wenn es die richtige Frau oder den richtigen Mann gar nicht gibt?"

Es gibt Workshops, die da heißen "Man for a day".
Frauen in Männerkleidung üben sich in männlichen Verhaltensweisen. Das kann man auch als Mann machen und das Ganze findet man unter dem Begriff "Crossdressing".
Die Zeitschrift Chrismon veröffentlicht in ihrer Augustausgabe die Selbsterfahrung einer Journalistin mit dem Titel "Mann, tut das gut".
Frauen wollen mehr Verhaltensmöglichkeiten. Das ist die Hauptmotivation für den Besuch eines solchen Workshops.
Zur Vorbereitung sollen Frauen Männern folgen und sie beobachten, sagt Kursleiterin Diane Torr. Und das ist kein Problem. Männer merken das nicht, sie fühlen sich unbeobachtet.
Eine der Teilnehmerinnen fühlt sich ständig beobachtet. Und bewertet. Sie hat die öffentlichen Männerkommentare (Du bist aber eine süße Maus) satt und möchte endlich mal ungestört durch die Stadt gehen. Eine andere Kursteilnehmerin wandelt sich von der unsicheren Frau zum männlichen Arschloch und genießt es. Dinge, die "richtige" Männer keinesfalls tun sind: ständig lächeln, immer nett sein, auf der Stuhlkante sitzen, sich schmal machen, die Stimme am Satzende heben, so dass der Satz wie eine Frage klingt.
Miriam, das männliche Arschloch sagt:

Als Frau bin ich immer nett, immer auf andere bezogen, immer "Wie geht es dir?". Als Arschloch ist mir das egal.

Als ich den Artikel mit den Aufgaben, die den Frauen gestellt wurden, durchgelesen hatte, wurde mir klar, dass ich die letzten Jahre nichts anderes gemacht habe als zwei- bis dreimal die Woche "Man for 90 minutes" zu trainieren. Ich übte meinen Platz einzunehmen, mit einem festen Schritt, einer sicheren Körpersprache und einer klaren Absicht.
Mit Anfang 40 verliebte ich mich noch einmal leidenschaftlich. In den Uechi-Ryu-Karate-Do. Das ist kein Mann mit einem exotischen Namen, sondern ein Kampfkunststil.
Ein argentinischer Lehrer erklärte uns auf einem Seminar, wie Männer und Frauen aufgrund ihrer Körpersprache unterschiedlich praktizieren.
Seid ihr in einem Flugzeug schon einmal auf dem Mittelsitz zwischen zwei "richtigen" Männern gesessen? Und habt ihr miterlebt, wie ihre Beine aufklappen, wenn sie einschlafen? Wenn sie nicht vorher bereits breitbeinigst dagesessen sind, die Arme mit der größten Selbstverständlichkeit auf beiden Armlehnen. Und was macht Frau? Wir machen uns klein und schmal, versuchen möglichst jeglichen Körperkontakt zu vermeiden. Es würde uns nie einfallen um die Armlehnen zu "kämpfen", geschweige denn uns so breitbeinig hinzusetzen, dass die Männer sich schmal machen müssen. Warum?
Weil "richtige" Männer ihr Geschlecht präsentieren, während wir Frauen versuchen es zu schützen, indem wir die Beine übereinander schlagen. Wir sind es nicht gewohnt Raum einnehmen zu dürfen. Wir pinkeln nicht im Stehen an Bäume oder in freie Landschaften um unser Territorium zu markieren. Wir ducken uns.
So wie die Teilnehmerinnen des Workshops, ausgestattet mit männlichen Merkmalen, den Mann inszenierten, den sie für sich ausgedacht haben, so bin ich mit dem Anziehen meines Gis in eine Rolle geschlüpft. Auf der Matte musste ich nicht mehr lächeln oder nett sein. Es galt das "Budo-Smile" - heruntergezogene Mundwinkel. Auf der Matte durfte ich endlich mal meine Gesichtszüge fallen lassen und meine "Kampfsau" bekam Ausgang. Genehmigten Ausgang. Im Gi stand ich plötzlich breitbeinig da und fühlte mich wunderbar geerdet. Die Bewegungen einer "richtigen" Frau sind langsam. Damit vermeidet sie es bedrohlich zu wirken. Auf der Matte durfte ich schnelle, explosive Bewegungen trainieren. "Richtige" Frauen tragen hohe Schuhe. Das lässt die Beine länger wirken, macht ein knackiges Gesäß und hilflos. Diese verlängerten Beine auf hohen Absätzen können weder weglaufen noch zutreten. Ich liebte es zu treten, reintreten zu dürfen. Ich liebte es all diese Dinge zu tun, die ich nie tun durfte. All diese Dinge, die meinem "Geschlecht" widersprachen. All diese Dinge, die  keinesfalls dieser ewigen Inszenierung der Weiblichkeit dienten. Ich durfte zwei- bis dreimal die Woche "Mann" spielen.
Aber irgendwann fehlte etwas. Bei all dem Mannspielen wurde mir mehr und mehr klar, dass das nicht alles ist. Diese Inszenierung des "männlichen Kampfes" wurde irgendwann genau so öde wie die Inszenierung der stilisierten Weiblichkeit. Es fühlte sich genau so unfrei an.
Fazit einer der Workshopteilnehmerinnen von "Man for a day", was ihr "Mannsein" betrifft und die Kehrseite von männlicher "Präsenz", die sich darin zeigt, dass einem die Leute Platz machen und ausweichen:

Ich hatte naiv erwartet, ich würde mich frei fühlen, stattdessen fühlte ich mich eher depressiv. Natürlich, nach außen gab ich vor: Ich hab alles im Griff, mein Easy Rider steht draußen vor der Tür, meine Freundin wartet auf mich. Aber ich war wie gefangen in mir selbst. Wie in einem Kokon. Nicht lächeln, nicht zwinkern, das fehlte mir. Mein ganzer Körper war so verschlossen.

Die Frauen fühlten sich begrenzt. Männer haben laut Professor Hirschauer, Geschlechtersoziologe, im Schnitt noch immer ein höheres Einkommen, vermutlich noch immer mehr Entscheidungsfreiheiten, aber weniger emotionale Freiheiten als Frauen:

Die Regeln für Männer sind doch genau so dumm und begrenzend wie die für Frauen.

Lautet ein anderes Fazit. Das Konzept der getrennten Geschlechterrollen ist ärmlich.

Frauen dürfen Frauensachen machen und noch dazu die Männersachen, die sie sich angeeignet haben. Männer dürfen nur Männersachen machen.

Sagt Stephanie Weber, Sozial- und Geschlechterpädagogin, die mit männlichen Studenten den Versuch wagte "Frauensachen" zu machen. Als diese in der Bahn Menschen anlächelten, nicht flirtend, sondern freundlich, kam folgender Kommentar "Wenn du nicht sofort aufhörst, kriegst du eins in die Fresse".
Frau Weber war als Mann unterwegs und machte folgende einsame Erfahrung:

Die Männer guckten nur kurz, damit sie nicht als schwul gelten. Und die Frauen guckten nur kurz, damit ihr Blick nicht etwa Interesse signalisiert.

Warum haben wir diese Bilder davon, was einen "richtigen" Mann oder eine "richtige" Frau ausmacht? Haben wir nicht alle diesen männlichen und weiblichen Anteil in uns? Wenn das so ist, warum dürfen wir ihn nicht leben? Wozu haben wir es? Warum haben Frauen Spaß daran "männliche" Dinge auszuprobieren und bei Männern ist es "verpönt" Frauensachen zu tun? Hat "Männlichkeit" einen höheren Stellenwert? Warum wird Emotionalität nicht gefeiert? Warum ist "hart" so erstrebenswert und nicht "weich"? Gibt es noch immer Verbote?
Ich habe meinen Gi abgelegt und damit die Rolle. Das Mannseinspiel macht keinen Spaß mehr, weil von mir nun erwartet wird, dass ich breitbeinig dastehe, dass ich meinen Mann stehe. Jetzt, wo ich es gelernt habe, sehe ich aber keine Notwendigkeit mehr dazu. Oft wurde die Vermutung geäußert, dass ich das alles nur mache, weil ich mich von Männern bedroht fühle. Das stimmt aber nicht. Um ehrlich zu sein - ich habe mich in meinem Leben eher von großen Frauen eingeschüchtert als von Männern bedroht gefühlt. Ich habe als Kind schon gerne gerauft und meine körperliche Stärke an meinen Brüdern gemessen. Raufen hat Energien in mir frei gesetzt. 35 Jahre später habe ich das wieder für mich entdeckt. Als Kind konnte ich mich ganz gut gegen diese Bilder von dem, was "Mädchen" und was "Jungen" machen zur Wehr setzen. Als Kind war ich manchmal rotzig und unfreundlich. Mit dem Wachsen meiner Brüste wuchs auch etwas anderes. Die Frage "Was macht mich begehrenswert und was nicht?" Glücklicherweise trete ich nun in eine Lebensphase, in der die Dringlichkeit der Antwortfindung wieder rückläufig ist. Ich darf nun breitbeinig dastehen, aber auch die Beine übereinander schlagen. Ich darf nett und zugewandt sein, aber wenn ich das mal nicht sein will, darf ich auch rotzig und unfreundlich sein.
Die Sängerin Sinéad O'Connor ließ sich 2013 die Initialen des "letzten Mannes, der sie jemals wie Dreck behandelte" auf ihre Wangen tätowieren. Auf die Frage, warum sie das gemacht hat, antwortete sie unter anderem "Ich wollte mich enthübschen. Hübsch sein ist gefährlich". Da gibt es Frauen, die nichts anderes als hübsch sein wollen und eine, die es ist, rasiert sich eine Glatze und verunstaltet ihr Gesicht, weil sie es als gefährlich einstuft. In was für einer Welt leben wir? Welchem Bild jagen wir nach? Und wer gibt dieses Bild vor?
Was, wenn es dieses "richtig" gar nicht gibt? Wenn wir etwas nachjagen, das so nicht exisitiert? Wenn es weder "richtige" Frauen noch "richtige" Männer gibt?
Was wären wir ohne diese Bilder?
Wer wären wir ohne diese Bilder?
Was, wenn es diesen "geschlechtlichen Ausweiszwang" nicht mehr gäbe?

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Friede sei mit mir und Friede sei mit dir

Blogbeitrag vom 12. Mai 2014 "Friede sei mit mir und Friede sei mit dir"

Acht Jahre lang praktizierte ich Kampfkunst.
Karate war für mich eine Offenbarung, da es mir die Möglichkeit gab, etwas in einen körperlichen Ausdruck zu bringen, was lange in mir war und nicht gezeigt, geschweige denn gelebt werden durfte. Ich besuchte jedes Seminar, auf dem ich willkommen war und beobachtete die Menschen beim Praktizieren. Die Seminare wurden ausschließlich von Männern geleitet, im Prüfungskomitee saßen Männer, die Einstellung ist männlich.
Für mich war Karate immer ein Hilfsmittel für das Leben in der Wirklichkeit. Was ich für mich suchte, war das Ende des in mir tobenden Kampfes, hin zum inneren Frieden. Unter diesem Aspekt beobachtete ich meine Mitstreiter. Kämpfen sie gegeneinander oder miteinander?

Karate ist eine Lebenseinstellung, die nicht nur auf der Matte, sondern im gesamten Leben praktiziert wird. Werte wie Respekt, Dankbarkeit, Kameradschaftlichkeit, Friedlichkeit und das Erlernen von Selbstkontrolle führen über den Karate-Do zur Persönlichkeitsbildung. Im Karate gibt es keine Kritik, sondern Korrektur. Korrekturen geben dir die Möglichkeit dich zu verbessern. Die Bereitschaft zur ständigen Arbeit an sich selbst sollte nicht nur auf der Matte stattfinden, sondern auch im Alltagsleben. Sein Karate zu verbessern heißt sich selbst zu verbessern.

Ich habe gute Lehrer auf der Matte gesehen, technisch nahezu perfekt, überzeugend in der Auslegung der Karatephilosophie. Auf der Matte inspirierend und motivierend. Im wahren Leben aber steht dann oft wieder Ego und Profit im Vordergrund - Geld, Ansehen, Macht, das eigene Ich. Die Erkenntnis wird dem Ego geopfert und schafft es nicht in die wahre Verwirklichung. Korrekturen, die auf der Matte als Möglichkeit zur Verbesserung eingefordert werden, werden im wahren Leben als Angriff gesehen und ausgeschlagen oder ignoriert. Der Karate-Spirit wird nicht gelebt. Gäbe es im Leben Graduierungen, wer würde den 10. Dan im Menschsein erreichen?

Vor zwei Wochen fasste ich den Entschluss, mich aus dem Dojoleben zurückzuziehen. Die Auseinandersetzung zweier Lehrer, in der die Entwicklung von Friede und Milde im Herzen gefordert wurde, ohne Bereitschaft sie im eigenen Herzen zu entwickeln, brachte auch mich in Aufruhr. Um wahren Frieden und Milde in meinem eigenen Herzen entwickeln zu können, verlasse ich die Kampfschauplätze anderer.
Voller Dankbarkeit für alles, was mir gegeben wurde und woran ich als Karateka, als Mensch und auch als Frau wachsen durfte.

Am Samstag begegnete ich an einem völlig anderen Schauplatz einem Menschen, der sein Ego und den kleinen persönlichen Profit hinter sich gelassen hat. Angstfrei spricht er von Erkenntnis und einem Experiment, das sich zu einem Lebensmodell entwickelte. Friedlich nimmt er Provokation und Unterstellung. Lässt Bedenkenträgerei und Angriffslust bei denen, die sie hervorbringen. Und kommt immer wieder zurück zum Großen Ganzen und der Sache, der er sich widmet.
Raphael Fellmer, der Lebensmittelretter und Konsumverweigerer, spricht über sein Leben ohne Geld. Sind wir alle noch im Mangeldenken und haben nie genug, spricht er davon, dass alles in Hülle und Fülle da ist, mehr als genug. Raphael reist zur Zeit durch Deutschland, sei es als Botschafter für "foodsharing" oder als Buchautor. Man mag über ihn denken, was man will.
Außerhalb von irgendeiner Schule, sei es Seminarschule oder Dojo, überzeugt er mich mit seinem Menschsein. Er lebt das, wovon er überzeugt ist, unbeirrt und friedlich, voller Vertrauen im Glauben an das Gute im Menschen. Er weiß um die Sackgasse, in die wir uns bewegen, um die Endlichkeit der Rohstoffe, unsere Gier, unsere Ängste, unsere Kleingeistigkeit. Und hat den Mut mit seiner Frau ein zweites Kind in die Welt zu setzen. In die Welt, die wir mit unserer Selbstentfremdung zu vernichten drohen. Das ist für mich das Zeichen eines Menschen, der zutiefst vertraut.
Dieser Mensch macht mir Mut. Nicht durch das, was er sagt, sondern durch das, was er tut und was er ist. Für mich ist Raphael Liebe, Vertrauen und Friede.

Es braucht keine Schulen und es braucht keine Lehrer mehr für mich, es braucht Menschen, die bereits sind, was andere noch lehren.

Es gibt keinen Weg zum Frieden. Frieden ist der Weg.
Mahatma Gandhi

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